Jedes Haus, und sei es noch so ein unbedeutendes, hat eine Geschichte, ist voll mit Erinnerungen, Funktionen, Menschen, Dingen. Eine Blaupause für menschliches Leben, die gefüllt wurde mit Alltag, Küche und Teppichboden. Jedes noch so hässliche, wie jedes wunderschön und kunstvolle Haus steht in unserem Alltag, auf unserem täglichen Leben, bietet uns unbemerkt Kontinuität und Orientierung. Wir bemerken es erst, wenn es weg ist, stehen staunend vor den Löchern in der Welt, mal gleichgültig, mal wütend, weil wir nicht einmal gefragt wurden, ob es uns nicht stört, dieses Loch in unserer ganz persönlichen Welt. 

Songs about places bietet die Möglichkeit, Abschied von drei zum Abriss freigegebenen Häusern zu nehmen, gemeinsam mit anderen kurz innezuhalten und dem kleinen Stück Welt, sei es nun groß und wichtig oder ganz klein und unbemerkt, etwas Bedeutung zu schenken. 

Dafür gestaltet das Theaterkollektiv Bum Bum Pieces eine musikalische Abschiedsfeier zu Ehren des jeweiligen Hauses, ein Totengesang mit Geschichten über das Haus und seine Bewohner*innen, welche zuvor in einem Rechercheprozess gemeinsam mit Menschen aus der Umgebung gesucht wurden. Dem pragmatischen, oft brutal wirkenden Vorgang des Abrisses wird dadurch eine intime Atmosphäre verliehen und dem Haus und seinen Bewohner*innen eine Stimme gegeben, welche die Zuschauer*innen zur Reflexion über eigene Wohn- und Lebensräume anregt. 

Das Projekt setzt seinen Finger an das heikle Thema Abrisspolitik, möchte aber weder verhindern, noch befeuern, sondern eine persönliche Ebene zeigen, die jedes Haus der Stadt, sei es noch so baufällig oder unscheinbar, zu etwas Besonderem macht.

Beteiligte

Konzept: Bum Bum Pieces (Simon Windisch und Nora Winkler)
Regie: Simon Windisch
Research: Miriam Schmid
Kostüm&Ausstattung: Rosa Wallbrecher
Musik: Robert Lepenik
Mit: Martin Brachvogel, Nora Winkler, Robert Lepenik, t.b.a.
Produktion: Siglind Güttler, Bernhard Werschnak
Regieassistenz: Carmen Schabler

Das Projekt wurde gefördert von SHIFT Basis.Kultur.Wien.